Gleiche Materialien für den Arbeitsplatz im Wozi statt neuer Akzente
Wenn dein Arbeitsplatz sich ganz unauffällig in die Wohnzimmereinrichtung integrieren soll, gibt es einiges zu beachten. Wir kümmern uns hier um den Punkt Materialien.
Lies auch unseren Starterartikel zum übergeordneten Thema: Wenn dein Arbeitsplatz nicht auffallen soll: 5 Gestaltungsprinzipien – Home-Office einrichten
Gleiche Materialien statt neuer Akzente:
Warum sich ein Homeoffice nur dann ins Wohnzimmer integriert, wenn es vertraut wirkt
Ein Arbeitsplatz fällt selten auf, weil er zug roß ist. Eher, weil er anders spricht als der Raum, in dem er steht:
Andere Oberflächen. Andere Farben. Andere Logik. Das Auge merkt das sofort – auch wenn man es nicht bewusst benennen kann.
Allerdings wählen wir meist den Arbeitsplatz auch so, dass er abgegrenzt ist vom Rest der Einrichtung, nach dem Motto: „Hier arbeite ich“ – und das abgegrenzt von Essen, Lesen, Chillen, Spielen. Lange Zeit dachten alle, das wäre richtig so und würde die Konzentration fördern.
Aber vielen gefällt das einfach nicht. Vor allem, weil immer mehr auch im Homeoffice Arbeiten erledigen und sich daran gewöhnt haben, brauchen sie nicht mehr dieses „Bürogefühl“ zuhause, sondern wollen es lieber schick und integriert haben.
Der Arbeitsplatz sollte nahtlos mit dem Wohnbereich zerfließen. Diesen Wunsch haben heute viele Menschen und der erfordert aber einiges an Umdenken. Auch die Möbelanbieter sind es noch gewohnt, den Arbeitsplatz klassisch einzurichten, mit schwarzem Tisch und schwarzem Bürostuhl, einfach optisch abzugrenzen.
Aber es gibt immer mehr Farbvarianten für die Bürostühle und vor allem solche, die wie Wohnsessel oder Esszimmerstühle aussehen und auch ergonomisch und hochwertig sind.
Wer den Arbeitsplatz wirklich integrieren möchte, sollte deshalb nicht bei Möbelkategorien anfangen, sondern bei Materialien!
Warum Materialien stärker wirken als Formen
Zugegeben. Es ist überhaupt nicht schlimm, wenn sich der Arbeitsplatz nicht optisch integriert. Es gibt im Leben auch wichtigere Themen und Phasen als sowas, oder? Aber viele bekommen irgendwann ihren Koller, wenn sie ihren Arbeitsplatz zuhause sehen und denken sich „Ich will hier nicht ständig an die Arbeit erinnert werden, ich wohne hier!“ Und ja, es ist eine Frage des Wohlbefindens, hier dann doch noch mal umzugestalten.
Wenn man sich dazu entschieden hat, noch mal neu zu denken, braucht es verschiedene Schritte, um den neuen Arbeitsplatz nun wirklich nahtlos zu integrieren. Und hier gilt eine erste Regel: Formen kann man ignorieren. Materialien nicht!
Holz, Metall, Stoff oder Kunststoff tragen immer eine Stimmung in sich:
- kühl oder warm
- technisch oder wohnlich
- ruhig oder unruhig
Ein Arbeitsplatz, der andere Materialien nutzt als der restliche Raum, wirkt automatisch wie ein Zusatz – selbst dann, wenn er gut gestaltet ist.
Integration entsteht dort, wo Materialien wiedererkannt werden.
Du kannst dir denken, dass Holz immer behaglich und wohnlich wirkt, Metall eher funktional, nüchtern und technisch. Allerdings sind die meisten Arbeitsplätze halt genauso gedacht und eingerichtet, die Bürostühle haben silber glänzende Beine und Rollen. Alles wirkt hochtechnisch und funktional – und genau das wollen viele nicht mehr in ihrem Wohnzimmer haben! Also Umdenken.
Der wichtigste Gedanke: Wiederholung schafft Ruhe
Wohnliche Räume funktionieren selten über Highlights. Sie funktionieren über Wiederholung.
Wenn im Wohnzimmer bereits:
- helles Holz
- matte Oberflächen
- Stoffe in Naturtönen
dominieren, dann sollte der Arbeitsplatz:
- dieselben Holznuancen aufgreifen
- ähnliche Stofflichkeiten nutzen
- keine neuen Oberflächen einführen
Nicht identisch – aber verwandt. Das Ergebnis ist kein „verstecktes Büro“, sondern ein Arbeitsplatz, der mit dem Raum spricht. Das ist ein wichtiger Punkt: Du musst und solltest den Arbeitsplatz überhaupt nicht „verstecken“. Warum auch? Er darf auch als solcher erkannt werden, aber gerne stilistisch einheitlich.
Typische Materialbrüche, die Arbeitsplätze auffällig machen
Viele Homeoffice-Ecken scheitern nicht an der Größe, sondern an unbewussten Kontrasten:
- schwarzer Kunststoffstuhl im sonst hellen Raum
- Glas- oder Hochglanzflächen neben mattem Holz
- Mesh, Chrom oder Sichtmetall in wohnlicher Umgebung
Diese Materialien sind nicht per se schlecht. Sie sind nur kontextlos, wenn der Raum anders aufgebaut ist.
So findest du passende Materialien – ohne neu einzurichten
Eine einfache Übung:
- Schau dich im Wohnzimmer um
- Notiere die drei dominantesten Materialien
- Prüfe den Arbeitsplatz:
- Tauchen diese Materialien dort wieder auf?
- Oder bringt er etwas völlig Neues hinein?
Oft reichen kleine Anpassungen:
- anderer Stuhlbezug
- Holz statt Metall
- Stoff statt Kunststoff
Integration entsteht selten durch Austausch aller Möbel, sondern durch Feinjustierung.
Materialien sind Emotionsträger
Ein wohnlicher Arbeitsplatz fühlt sich nicht „gemacht“ an. Er fühlt sich selbstverständlich an.
Das gelingt, wenn Materialien:
- vertraut sind
- sich im Raum wiederholen
- nicht erklären müssen, warum sie da sind
Dann wird der Arbeitsplatz nicht mehr als Arbeitsort wahrgenommen, sondern als Teil des Zuhauses –
mit einer zusätzlichen Funktion.
Jetzt bist du an der Reihe! Welche Materialien willst du denn in diesem Raum vorherrschend haben? Sind es vielleicht schon Textilien und grobe Stoffe? Dann kannst du den Bürostuhl auch mit Stoff bezogen wählen. Zu Ledersesseln am Esstisch passt wiederum ein Bürostuhl mit ähnlicher Optik.
Sehr schön ist es, wenn du es wirklich schaffst, die Stühle im Raum in den gleichen Farben und ähnlichen Materialien zu wählen. Damit ist schon sehr viel geschafft! Wenn dann noch der Schreibtisch aus einem ähnlichen Material wie der Esstisch gearbeitet ist, dann hast du bereits einen einheitlichen Look erzielt.
Du musst aber auch nicht alles neu kaufen – vielleicht lassen sich die Möbel auch Second Hand tauschen oder verkaufen. Gerade, wenn deine Einrichtung noch gut und unbeschädigt ist, wird sich jemand anderes über das Schnäppchen freuen – und deine Umgestaltung ist keine unnötige Investition.


